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Erzählung von Ricardo Gálvez

Wieder deine Stimme am Telefon. Und sie klingt mir fantastisch und fern zugleich. Die Erinnerung ereilt mich wie der Mittelpunkt einer Linse und sie sinkt in jeden Winkel des Hauses, das ich bewohne, langsam, bis es mich am Ufer eines Flusses findet, in dem Tausende von Toten wohnen. Dort kauere ich mich zusammen, um zu warten, dass die Akzente des Ostens in die Nacht eindringen, in meine jedes Mal weniger dunkle Nacht. Ich will mich dir durch die Lichter nähern, die schlaflos in diesem Hof der Tropen wandeln. Von fern höre ich die Grillen mit Traurigkeit von den jüngsten Regenfällen singen, die Dörfer verwüsteten und eine Marke von Hunger ließen, tiefer als der Tod selbst. Die Sterne, hoch oben, schlängeln sich und spielen mit dem Laster, Versprechungen zu tauschen, während eine Schaluppe zwischen Schatten wasserabwärts fährt. Der Wind, immer der Wind, Hüter der eiskalten Schläge des Nordwinds, verweilt und trocknet manchen Fluss, den mein Antlitz gebar.

Du kommst jede Nacht für fünfzehn Minuten, und alles entflammt. Die Feuchtigkeit der Erde, die vorher meine Brust besetzt, verwandelt sich, und beim Kontakt mit der in jedem Wort eingeschlossenen Wärme löst sie sich in diesen fünfzehn Minuten. Es wird eine fremdartige Blume geboren, die den Altar in einen Ort wandelt, der sie wiegt, und es ist derselbe, der ein und tausendmal durch den Zorn eines Zyklus von Krieg und Schreien zerstört wurde. Deine Stimme, wie ein Leuchtturm, wie der winzigste und genaue Raum, den meine Zeit einnimmt, sie verwebt sich mit jeder Spur des Schattens und lässt meinen Glauben zu einem wahren Licht wachsen. Du kommst warm mit ihr, mit deiner Stimme, welche die Gründe des Weizens vorhersagt und das Lachen birst in meinem Mund. Deine winzige Stimme, und gigantisch zugleich, wenn sie an meinen Lippen anlegt und die Furien schweigen lässt, von ihnen aufgewühlt.

Bleib noch ein Weilchen. Werde ewig und lass diesen von den Schatten umarmten Platz sein Imperium von Brot und Faust zurückerobern, geflochten in eine Legende, die von Blumen spricht, die aus der Brust von riesigen Kämpfern sprossen. Schreibe deine Geschichte in mir, lass mich der Raum sein, der den Traummolch beherbergt, deines Traumes, der jetzt im Nebel eines Anrufes von fünfzehn Minuten wandert, jeden Tag, alle Tage, wie ein Versprechen der Haut, die begrenzt durch Meilen von Kälte, Versprechen, das manchmal schon Abwesenheit scheint. Verweile heute ein bisschen länger und lass die Erinnerung ihr Objektiv schärfen, um für immer das Beben deiner Lippen in mein Gedächtnis zu prägen, das durch deine Stimme jeden Tag für fünfzehn Minuten kommt.

Deine Stimme, feuchtes Moos, erfrischendes Dickicht
von Bergen und Seen, Horizont der Küsse
gelöst in Worten und winzigem Säuseln
im neuen Universum der Liebe ohne Distanzen.

Deine Stimme, weiße Taube, überlaufende Zärtlichkeit
der Kaffeesträucher und Triller, Eitelkeit von Liebkosungen,
am Ufer  meines dunklen Strandes gelassen,
wo die Lippen die Traurigkeit entblättern möchten.

Deine Stimme, schwarzer Feuerstein, müdes Rasseln
von Vulkanen und Felsen, mythologische Schritte,
welche die Wege meiner rauhen Karten kreuzen,
wo die Hände die Leidenschaften entschlüsseln wollen.

Die Skulptur des Windes fragt sich nicht, wo
der harmonische Schwung ihres Herzschlags beginnt,
weil sie von der überflutenden Magie des Ostens weiß,
die mit dem Abend kommt, um sie mit Küssen zu bedecken.

Übersetzung:  Karen Gajda