eine Spritztour zu Heinrich von Kleist mittels des einzigartig einfühlsamen Aufsatzes “Der Kampf mit dem Dämon” von Stefan Zweig.

Im Rahmen des Kleistjahres 2011 und zur Würdigung des Humanisten Kleist hat der Sender-FN eine Ehrung für den Dramturgen und Schriftsteller von-Kleist in künstlerrischer Art auf Film gebannt. Stefan Zweigs wundervolle Hommage Kampf mit dem Dämon, in essayistischer und biografischer Form zum gedenken an Kleist 1925 erschienen, bringt #21No in Bild, Ton und Farbe. Am 21. November 1811 starb Heinrich von Kleist mit nur 34 Jahren.

Der Film hält sich strickt an den Text von Stefan Zweig, der von Melanie Seeland gelesen wird. Als Kleistbummlerin hängt sie den Aufenthaltsorten des Genies an und reist seinen Lebensstationen nach. Sie interpretiert Zweigs Text sowohl in spielerischer- als auch in lesender Art. In träumerischen Kapiteln, mal hochverschlossen, mal in erotischen Posen, bringt sie dem Zuschauer, über Zweigs Text, das kleistsche Wesen näher. Die hohe emotionale Dichte des Textes verlangt ein breites Schauspiel, um die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht abreißen zu lassen. Ohne inhaltliche Pausen ist #21No ein sehr fordernder Film, der seinen 11 Kapiteln jede Sekunde Aufmerksamkeit benötigt. Die dichterische Schönheit von Kampf mit dem Dämon und die Kleistbummlerin erleichtern es die Konzentration hoch zuhalten und sich auf den Film einzulassen.

Ist Heinrich von Kleist, Zweihunderteins Jahren nach seinem Tod noch in lebendiger Erinnerung die er verdient oder ist er ungehemmter Verdunkelung preisgegeben? Der Film #21No bringt ihn zurück in die moderne Gegenwart. Gerade durch die stärke des Textes der eine Brücke zur Zeit der Klassik schlägt, fällt es leichter die kleistsche Person und sein Werk zu verstehen. Ein sehr ambitionierter Film, der nichtkleistkenner den großen Schriftsteller näher bringt.

Website

sender-fn.de

Retsina- Film

Sprache: Deutsch; Länge 1h 9min
Mit Melanie Seeland
Ein Film von Matthias Merkle
Erschienen auf sender-fn.de
Text: Stefan Zweig
Kleistenbummlerin: Melanie Seeland
Tonmischung: Brian Krüger
Schnitt: Heinrich Bindschädel
Regie u.a.: Matthias Merkle
Musik (alles von ccmixter.org):

Der Film so wie die verwendete Musik stehen erfreulicherweise unter folgender CC-Lizenz BY-NC-SA